Schwangerschaft
Jede Schwangerschaft ist anders. Als werdende Mutter erleben Sie Veränderungen Ihres Körpers und Ihrer Gefühlslage. Gerne begleiten und unterstützen wir Sie in dieser besonderen Zeit und umsorgen Sie nach Ihren Bedürfnissen.
Vorgeburtliche Untersuchungen
Die meisten Kinder kommen gesund zur Welt. Regelmässige vorgeburtliche Vorsorgeuntersuchungen helfen dabei, mögliche Risiken für Mutter und Kind frühzeitig zu erkennen und, falls nötig, zu handeln. Am besten werden diese Routineuntersuchungen alle vier bis fünf Wochen durchgeführt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für insgesamt sieben Schwangerschaftskontrollen sowie drei Ultraschalluntersuchungen.
Zu den vorgeburtlichen Untersuchungsmethoden gehören Ultraschall, Ersttrimestertest, Nicht-Invasiver Pränataltest (NIPT) sowie Chromosomenanalyse aus Fruchtwasser / Plazenta. Gerne geben wir Ihnen hiermit einen Überblick über die verschiedenen Untersuchungsmethoden.
Grundsätzlich entscheiden die Eltern bzw. die werdende Mutter, ob und welche vorgeburtlichen Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Gerne beraten wir Sie hierbei und stehen für Fragen zur Verfügung.
Ultraschall / Pränataldiagnostik
Seit über vierzig Jahren wird der Ultraschall in der Pränataldiagnostik angewandt und hilft, werdenden Eltern Sicherheit zu geben. Bei den Ultraschalluntersuchungen können mögliche körperliche Fehlbildungen des Babys frühzeitig erkannt werden. Gerne geben wir Ihnen hier einen Überblick darüber, wann die Ultraschalluntersuchungen stattfinden sollten.
Frühdiagnostik zur Feststellung der Schwangerschaft
Die erste Ultraschalluntersuchung findet in der 6. bis 9. Schwangerschaftswoche statt – ein besonders bewegender Moment! Hier können wir sehen, ob sich die Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat und oft schon die ersten Herztöne des kleinen Lebens im Ultraschall sehen. Auch eine Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft lässt sich bei diesem Termin feststellen.
Erstes Sreening
Zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche gibt es eine freiwillige Untersuchung, das Ersttrimesterscreening. Dabei wird per Ultraschall die Grösse des Kindes gemessen, um genau zu berechnen, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist. Auch die Nackenfalte des Babys wird gemessen, um Hinweise auf genetische Besonderheiten zu bekommen.
Der Ersttrimestertest (1.TT) hilft, das Risiko für drei Chromosomenstörungen abzuschätzen: Trisomie 21, 18 und 13. Wenn beim Screening Auffälligkeiten entdeckt werden, gibt es weitere Untersuchungsmöglichkeiten. Dazu gehört ein Bluttest der Mutter, der Nicht-Invasive Pränataltest (NIPT), der ebenfalls Hinweise auf Trisomie 13, 18 und 21 geben kann.
Zweites Screening
In einer unauffälligen Schwangerschaft findet diese wichtige Ultraschalluntersuchung zwischen der 20. und 24. Schwangerschaftswoche statt. Dabei schauen wir uns die Organe des Babys genauer an, wie die Wirbelsäule, das Herz, die Nieren, den Magen sowie Arme und Beine. Zusätzlich prüfen wir die Lage der Plazenta und die Menge des Fruchtwassers, um sicherzustellen, dass Ihr Baby gut versorgt ist. Wir messen auch Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen des Babys, um das Wachstum zu überprüfen.
Später, in der 30. bis 32. Schwangerschaftswoche, kann eine weitere Ultraschalluntersuchung erfolgen. Hier bestätigen wir das Wachstum des Babys und kontrollieren, ob es sich bereits in die Geburtsposition gedreht hat. Die meisten Babys liegen zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Kopf nach unten.
Weitere pränatale Abklärungen
Zu den weiteren pränatalen Abklärungen gehören eventuell weitere Untersuchungsmethoden wie Blutuntersuchungen, Nicht-Invasiver Pränataltest (NIPT) oder ggf. die Amniozentese (Vorgeburtliche Chromosomenuntersuchungen an Zellen aus dem Fruchtwasser). Gründe für eine Chomosomenuntersuchung können sein: erhöhtes Risiko nach dem Ersttrimestertest, auffälliger NIPT, auffällige Ultraschalluntersuchung, familiäre Chromosomenstörung, Alter der Mutter (35 Jahre und mehr) oder der Wunsch der Eltern nach einer möglichst umfassenden Abklärung.
Doppler-Ultraschalluntersuchung
Mit der Doppler-Ultraschalluntersuchung können z.B. Geschwindigkeiten und die Richtung des fliessenden Blutes in den Arterien und Venen gemessen werden. Je nach Situation kann somit die für die Entwicklung des Kindes wichtige Blutversorgung von bestimmten Organen und Geweben überprüft werden. Mit dieser Methode könnten Risikoschwangerschaften wie zum Beispiel beginnende Mangelentwicklung des Babys, Hochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft oder Mehrlingsschwangerschaften überwacht werden.
Zeitpunkt der Schwangerschaftskontrollen
Gerne geben wir Ihnen hier eine Zusammenfassung, wann die Schwangerschaftskontrollen idealerweise stattfinden sollten.
6.-9. SSW (Schwangerschaftswoche)
Die ersten Herztöne des Ungeborenen sind nachweisbar. Die Besprechung der weiteren Routineuntersuchungen findet statt.
11.-14. SSW
Der erste Routine-Ultraschall mit Ersttrimesterscreening. Besprechung des mitgebrachten Impfausweises.
15.-18. SSW
In diesem Zeitraum ist eine Kontrolle bei den Hebammen möglich. Bitte planen Sie mit uns die Termine.
20.-24. SSW
Zweiter Routine-Ultraschall mit zweitem Screening.
26.-28. SSW
Zuckertest, um Schwangerschaftsdiabetes auszuschliessen.
30.-32. SSW
Rhesus-Antikörper-Test, um eine Unverträglichkeit auszuschliessen. Eventuell eine weitere Ultraschalluntersuchung.
35.-36. SSW
Vaginalabstrich, um die Infektionskrankheit «Streptokokken B» auszuschliessen. Ultraschalluntersuchung, falls Verdacht auf Steisslage oder Wachstumsstörung vorliegt.
Geburt
Das Spital Muri hat seine stationäre Geburtshilfe per Ende Dezember 2025 geschlossen und ist kein Geburtsspital mehr. Diese Entscheidung wurde aus wirtschaftlichen Gründen sowie aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen getroffen. Wir bitten Sie, für Ihre Entbindung ein anderes Geburtsspital oder ein Geburtshaus zu wählen. Gerne beraten Sie unsere Gynäkologinnen und Gynäkologen einfühlsam und mit viel Herz auf dem Weg zur Geburt.