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Spital Muri schliesst herausforderndes Jahr 2024 mit solidem Ergebnis ab

Mit insgesamt 7'624 stationären Fällen, 28'826 Notfällen und 127'680 ambulanten Konsultationen und Therapien war das Spital Muri auch im Jahr 2024 stark ausgelastet. Trotz anhaltender Herausforderungen durch Fachkräftemangel, hoher Regulierungsdichte und niedriger Tarife erzielte das Spital ein leicht positives Jahresergebnis von 1,7 Millionen Franken. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 7.3 Prozent (Vorjahr 5.0 Prozent). Dieses Ergebnis darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass für eine langfristig finanzielle Stabilität weiterhin grosse Anstrengungen und nachhaltige Ergebnisverbesserungen notwendig sind.

Das Spital Muri blickt auf ein solides Geschäftsjahr 2024 zurück. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelang es, das Jahresergebnis ins Plus zu drehen. Dazu trugen insbesondere die konsequente Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung, eine strikte Budgetdiszipl0in, Zurückhaltung bei Investitionen sowie der aussergewöhnliche Einsatz aller Mitarbeitenden bei. Die hohe Leistungsqualität und Fachkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen zum guten Ruf des Spitals Muri bei. Dies zeigte sich im Berichtsjahr 2024 unter anderem in der hohen Auslastung und höheren Patientenzahlen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Betriebsertrag um 6,3 Prozent gesteigert werden – auf neu 122,9 Millionen Franken. Damit liegt das Ergebnis deutlich über den budgetierten Erwartungen.

Das Geschäftsjahr in Zahlen

Das Spital Muri schloss das Geschäftsjahr 2024 mit einem Gewinn von 1,705 Millionen Franken ab. Zum Vergleich: Im Vorjahr resultierte ein Verlust in der Höhe von 1,620 Millionen Franken. Die EBITDA-Marge stieg im Geschäftsjahr 2024 auf 7,3 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent), die Eigenkapitalquote auf 74,5 Prozent (Vorjahr 71,6 Prozent).

Mit einer Bettenbelegung von 81,7 Prozent kann das Spital Muri erneut auf eine gute stationäre Auslastung zurückblicken. Die Zahl der stationären Patientinnen und Patienten erhöhte sich auf 7'624 (+ 2,4 Prozent), die ambulanten Konsultationen stiegen auf 127'680 (+ 10,0 Prozent). Auch die Zahl der Notfälle nahm zu auf neu 28’826 Fälle (+ 3,6 Prozent). Deutlich rückläufig war hingegen erneut die Zahl der Geburten: 511 Babys kamen im Jahr 2024 im Spital Muri zur Welt (Vorjahr 562). Die mittlere Aufenthaltsdauer sank auf 4.2 Tage. Der Case-Mix-Index – ein Indikator für die Komplexität und Schwere der behandelten Patientenfälle – blieb stabil bei 0.919.

Zum positiven Betriebsergebnis haben neben den gestiegenen Fallzahlen auch Tarifverbesserungen und die Erträge aus dem erhöhten Anteil an zusatzversicherten Patientinnen und Patienten beigetragen, die 2024 das neu geschaffene Premiumangebot von MuriDeluxe verstärkt in Anspruch genommen haben.

Auf gutem Weg, aber noch lange nicht am Ziel

«Der moderate Gewinn ist angesichts des herausfordernden Umfelds nicht selbstverständlich. Die markante Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben, um langfristig wieder finanzielle Stabilität zu erreichen und zu sichern», so CEO Daniel Strub. «Es gilt, die langfristige Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren. Als privatrechtlich geführtes Spital haben wir keine Staatsgarantie, die bei Defiziten eingreift. Die steigenden Kosten bei medizinischen Gütern, die anhaltenden globalen Unsicherheiten, die gestiegenen Energiepreise und höheren Aufwände für temporäres Personal aufgrund des Fachkräftemangels sowie die nicht kostendeckenden Tarife belasten nach wie vor die Leistungserbringer im Gesundheitswesen. «Für das langfristige Überleben des Spitals Muri sind pro Jahr Gewinne von wiederkehrend 8 Millionen Franken notwendig. Nur so kann die erforderliche EBITDA-Marge von 10 Prozent erreicht werden, um weiterhin in unsere Mitarbeitenden und in die nötige Infrastruktur investieren zu können», so CEO Daniel Strub.

Massnahmen zur Zukunftssicherung

Der Stiftungsrat hat sich im vergangenen Geschäftsjahr – im Rahmen des regulären Strategieprozesses – gemeinsam mit der Spitalleitung mit Fragestellungen zur Zukunft des Spitals Muri auseinandergesetzt und eine Anpassung des medizinischen Angebots beschlossen.

Zudem will das Spital Muri in Zukunft auch auf digitale und prozessuale Verbesserungen setzen: Mit Projekten wie dem Integralen Kapazitätenmanagement (IKM) wird die Behandlungsplanung optimiert, was Mitarbeitende entlastet und Patientinnen und Patienten zugutekommt. 

Obwohl der Personalaufwand in der Jahresrechnung 2024 mit einem Kostenanteil von 66,8 Prozent den grössten Kostenblock darstellt, legt das Spital Muri auch zukünftig grossen Wert auf die Arbeitgeberattraktivität, um auch langfristig genügend qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten. Im Geschäftsjahr 2024 wurde deshalb als Zeichen der Wertschätzung die Lohnsumme um 911'000 Franken angehoben. Für das Jahr 2025 wurde die Lohnsumme um insgesamt 1,8 Prozent nochmals angehoben. «Stiftungsrat und Spitalleitung möchten damit einmal mehr unseren über 930 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Danke sagen, dass sie sich tagtäglich engagiert für das Wohl unserer Patientinnen und Patienten einsetzen.»

Wichtige Projekte im 2024

Auch im vergangenen Jahr hat das Spital Muri sein Angebot bedürfnisorientiert erweitert. In Kooperation mit dem Kantonsspital Baden (KSB) wurde im Februar eine Kinderarztpraxis im Spital Muri eröffnet. Damit konnte in der medizinischen Betreuung von Kindern und Jugendlichen in der Region Freiamt eine entscheidende Lücke geschlossen werden. Ebenfalls wieder aufgenommen wurden die beliebten öffentlichen Vorträge zu verschiedenen medizinischen Vorsorge-Themen. 

Anpassung des medizinischen Angebots für finanzielle Stabilität notwendig

Das Spital Muri konnte im vergangenen Geschäftsjahr zwar einen Gewinn erwirtschaften, doch dieser reicht bei Weitem nicht aus, um die dringend benötigten Investitionen in die veraltete Infrastruktur zu stemmen.
Um die Infrastruktur – insbesondere Immobilien und medizinische Geräte – nachhaltig zu erneuern, sind in den kommenden Jahren Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe erforderlich. Da das Spital Muri über keine überschüssigen liquiden Mittel verfügt, die nicht für den operativen Betrieb benötigt werden, ist es auf Fremdkapital angewiesen. Die Fremdkapitalquote liegt aktuell bei 25,5 Prozent. «Die Aufnahme von Fremdkapital setzt jedoch eine ausreichende Kreditwürdigkeit voraus. Diese kann entweder durch eine Staatsgarantie oder durch eine stabile Rentabilität sichergestellt werden. Da uns keine Staatsgarantie zur Verfügung steht, ist eine EBITDA-Marge von mindestens 10 Prozent erforderlich, um langfristig die notwendige Rentabilität zu erreichen. Aktuell liegen wir jedoch noch deutlich unter diesem Wert», so Strub.

Ein Impairment-Test im vergangenen Jahr hat zudem gezeigt, dass ohne eine strategische Anpassung eine Wertberichtigung in zweistelliger Millionenhöhe drohte – mit gravierenden Folgen für das Eigenkapital. «Um unser Eigenkapital zu schützen und unsere Zukunft als Regionalspital und damit auch Arbeitsplätze zu sichern, waren daher auch unpopuläre Entscheide wie die Schliessung der Geburtshilfe im Rahmen der Anpassung des medizinischen Angebots – so sehr wir dies auch bedauern – unumgänglich.»

Der Jahresbericht erscheint am 6. Mai 2025 unter www.spital-muri.ch/jahresbericht

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