Geschäftsjahr 2022: Im Zeichen von Fachkräftemangel und hoher Bettenauslastung
Mit einem Gewinn von rund 2,3 Millionen Franken liegt das Ergebnis trotz herausfordernden Rahmenbedingungen deutlich über den Erwartungen. Die EBITDA-Marge sank auf 8,7 % (Vorjahr 11,2 %). Mit 7’463 stationären Fällen und 128'999 ambulanten Konsultationen und Therapien wurden erneut sehr gute Fallzahlen erreicht.
Obwohl die Auswirkungen der Corona-Pandemie bis im Frühling 2022 deutlich zu spüren waren, beruhigte sich die Situation im Verlaufe des Jahres. Dank der enormen Einsatzbereitschaft und Flexibilität unserer Mitarbeitenden konnten Schliessungen von Betten und diagnostischer Grossgeräte trotz Fachkräftemangel weitgehend verhindert werden. Die Nachfrage nach Corona-Impfungen und -Abklärungen nahm über das Jahr ab und erforderte zunehmend eine dynamische, kurzfristige Einsatzplanung. Die steigende Inflation setzt die Spitäler sowohl lohn- wie auch materialseitig unter Druck. Auch die anhaltenden Lieferprobleme bei diversen Medizinalprodukten und Medikamenten forderten das Spital Muri im Jahr 2022.
Stabiles Wachstum
Trotz der vielfältigen Herausforderungen verlief das Jahr 2022 für das Spital Muri erfreulich. Mit 7’463 Fällen (+ 0,9%) im stationären und 128'999 Konsultationen und Therapien (+ 2,3%) im ambulanten Bereich war die Auslastung erneut sehr hoch. Der Betriebsertrag konnte im Vorjahresvergleich um rund 746’000 Franken (+ 0,7 %) gesteigert werden. Mit einem Gewinn von 2,319 Millionen Franken liegt das Ergebnis des Jahres 2022 um 2,202 Millionen Franken über dem Budget, jedoch um 2,353 Millionen Franken unter dem Vorjahr. Die positive Budgetabweichung enthält die pandemiebedingten Zusatzkosten des Jahres 2021, welche durch den Kanton entrichtet wurden und zeitverzögert in der Jahresrechnung 2022 berücksichtigt sind.
Die Patientinnen und Patienten im Zentrum
Im Januar 2023 startete der neue Bereich Klinischer Betrieb (KLIB), welcher prozessorientiert aufgebaut ist. Im Zentrum steht nicht mehr die Leistung einer einzelnen Fachperson, sondern die von den Patientinnen und Patienten empfundene Qualität des Gesamtprozesses – vom ersten Kontakt bis zur letzten Nachkontrolle. Die Vorbereitung auf den neuen Bereich KLIB war intensiv und forderte eine sehr enge und vertrauensbasierte, interprofessionelle Zusammenarbeit aller am Prozess beteiligten Mitarbeitenden.
Hochwertige Grundversorgung im Freiamt sicherstellen
Auch im Bereich des medizinischen Angebots hat sich das Spital Muri weiterentwickelt, denn die Bedürfnisse und Anforderungen der Bevölkerung ändern sich laufend. Im interdisziplinären Zentrum bietet das Spital Muri seit 2022 neu eine pneumologische Sprechstunde an. Der Bedarf an pneu-mologischen Leistungen nimmt stetig zu, was einerseits mit der Zunahme von Allergien und Lungen-erkrankungen und andererseits mit der demografischen Entwicklung unserer Bevölkerung zu tun hat.
Weiter durfte das Spital Muri im vergangenen Jahr ein modernes, röntgenbasiertes Messgerät für die Knochendichte in Betrieb nehmen. Die Osteoporose (Knochenschwund) ist eine der bedeutendsten Krankheiten in der zweiten Lebenshälfte und führt unbehandelt oftmals zu Knochenbrüchen und in der Folge zu Behinderungen.
Für Personen mit anhaltenden Knieschmerzen bietet das Spital Muri als eines von wenigen Spitälern in der Schweiz mit dem Produkt «NUsurface®» eine neuartige Behandlung an. Mithilfe dieses Meniskusimplantats und eines minimalinvasiven Verfahrens schliesst sich die Lücke zwischen arthroskopischer Meniskusreparatur und Knieprothese.
«Jede und jeder Mitarbeitende unseres Spitals hat mit grossem persönlichen Engagement dafür gesorgt, dass wir auch 2022 viel gemeinsam erreicht haben. Dank ihrem unermüdlichen Einsatz zugunsten unserer Patientinnen und Patienten stellen wir auch in Zukunft zuverlässig eine qualitativ hochstehende, persönliche und wohnortnahe Gesundheitsversorgung für die Region sicher», so CEO Dr. med. Daniel Strub.
Der Jahresbericht erscheint am 4. Mai 2023 unter www.spital-muri-jahresbericht.ch