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Stationäres Langzeit-EEG – moderne Diagnostik dank Telemedizin

Plötzliche Bewusstlosigkeit, unerklärliche Stürze oder der Verdacht auf Epilepsie verunsichern Betroffene und Angehörige stark. Mit dem stationären Langzeit-EEG bietet das Spital Muri seit einem Jahr in Zusammenarbeit mit Konsiliarärzten der Neurologie eine moderne, sichere und wohnortsnahe Abklärungsmöglichkeit an, die bisher oft nur in spezialisierten Zentren wie Zürich verfügbar war.

Das Spital Muri bietet seit einem Jahr EEG-Untersuchungen für stationäre Patientinnen und Patienten an. Ein EEG (Elektroenzephalogramm) zeichnet die elektrischen Aktivitäten des Gehirns auf. Diese spezialisierte Untersuchungsmethode ermöglicht eine kontinuierliche Messung der Hirnströme über einen definierten Zeitraum und liefert dadurch besonders aussagekräftige Informationen bei komplexen neurologischen Fragestellungen, insbesondere bei unklaren epileptischen Anfällen, Bewusstseinsstörungen oder therapieresistenten Verläufen.

Während ein herkömmliches EEG nur eine Momentaufnahme liefert, ermöglicht das Langzeit-EEG eine kontinuierliche Aufzeichnung während bis zu 72 Stunden. Gerade bei selten auftretenden Ereignissen ist dies entscheidend für eine zuverlässige Diagnose.

Viele Patientinnen und Patienten bevorzugen dafür einen stationären Aufenthalt: Die Untersuchung ist ungefährlich, schmerzfrei und gut verträglich. Rund 21 Elektroden werden mit einem speziellen Kleber auf der Kopfhaut befestigt – die Montage dauert rund 45 Minuten und erfordert speziell geschultes Fachpersonal. Haare müssen dafür nicht rasiert werden, und es fliesst kein Strom in den Körper. Während der gesamten Untersuchung können sich die Patientinnen und Patienten frei bewegen, essen, trinken und schlafen wie gewohnt.

Enge Zusammenarbeit mit Konsiliarärzten der Neurologie

Ein besonderes Merkmal des Angebots im Spital Muri ist die enge Zusammenarbeit mit den Konsiliarärzten der Neuropraxis in Wohlen Prof. Dr. phil. Dr. med. Thomas Grunwald, Dr. med. Roland Mähler und Dr. med. Alexander Peinemann. Die aufgezeichneten EEG-Daten werden digital und sicher direkt an die zuständigen Fachärzte der Neurologie übermittelt. Diese werten die gesamte Aufzeichnung sorgfältig aus – ein zeitintensiver Prozess, der mehrere Tage in Anspruch nehmen kann. Anschliessend erfolgt die fachärztliche Befundbesprechung durch den zuweisenden Neurologen. Dieses Vorgehen ist ein gelungenes Beispiel moderner Telemedizin: Das Spital Muri und die Neuropraxis Wohlen arbeiten nahtlos zusammen, unabhängig vom Standort.

Das stationäre Langzeit-EEG ist Teil eines umfassenden, interdisziplinären Abklärungsangebots im Spital Muri. «Gerade bei unklaren Synkopen (plötzlichen Ohnmachten), Sturzereignissen oder dem Verdacht auf Epilepsie profitieren Patientinnen und Patienten von einer raschen, gebündelten Diagnostik unter einem Dach – ohne lange Wege oder Wartezeiten», so Dr. med. Chris Heimgartner, Chefarzt Medizin im Spital Muri. Das Spital Muri erweitert damit sein medizinisches Leistungsspektrum und stärkt die wohnortsnahe Versorgung der Bevölkerung im Bereich der neurologischen Diagnostik. Anmeldungen zur stationären Langzeit-EEG-Untersuchung erfolgen über den Facharzt Neurologie.

EEG-Hirnstrommessung

Bildlegende: Mit dem stationären Langzeit-EEG hat das Spital Muri sein Angebot an neurologischer Diagnostik erweitert. Auf der Kopfhaut der untersuchten Person werden bis zu 21 Elektroden gleichmässig platziert, um die Hirnströme aufzuzeichnen.

 

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