Blasen- und Beckenbodenschwäche
Unser Beckenboden ist eine Muskel- und Bindegewebeschicht am unteren Ende des Beckens. Er bildet die Basis unseres Körperkerns und arbeitet täglich - meist unbemerkt. Er hält Blase, Gebärmutter und Darm an ihrem Platz, verschliesst die Harnröhre und den Anus und unterstützt damit die Kontinenz. Zudem stabilisiert der Beckenboden das Becken und die Wirbelsäule.
Gerade nach Schwangerschaften und Geburten arbeitet der Beckenboden auf Hochtouren und es kann danach oder erst im Alter zu Beschwerden kommen. Auch Hormonveränderungen in der Menopause können zusätzliche Funktionsstörungen begünstigen. Viele Frauen leiden deshalb an Senkungszuständen oder Inkontinenz.
Blasenschwäche und Senkungszustände sind häufig, aber oft mit Scham verbunden. Wichtig zu wissen: Es sind keine normale Begleiterscheinung des Älterwerdens, mit denen man sich abfinden muss. Es gibt vielseitige Behandlungsmöglichkeiten. Wenn Sie Probleme mit Blasenschwäche, oder Organsenkung haben, können Sie sich bei unseren Spezialistinnen und Spezialisten melden.
Diagnostik und Behandlung
Die Abklärungen erfolgen mit einer gynäkologischen Untersuchung und speziellem Ultraschall. Weitere diagnostische Informationen werden aus Blasendruckmessung (urodynamische Messung) oder Blasenspiegelung abgeleitet.
Je nach Resultat der Untersuchung kann eine Operation nötig werden. Mögliche Interventionen sind ein minimal-invasives Blasenband, Unterspritzungen der Harnröhre oder Botox-Injektionen in die Blasenwand. Bei verschiedenen Senkungszuständen von Blase, Darm oder Gebärmutter gibt es Behandlungsmöglichkeiten mit oder ohne Operation.
Bei Blaseninfekt, Beckenbodenproblemen oder Verletzung nach einer Geburt können Sie sich gerne in unserer Spezialsprechstunde melden. Wir besprechen diese Massnahmen vorab mit Ihnen und beantworten alle Ihre Fragen dazu.
Wir sind – vertreten durch unsere Chefärztin Dr. med. Dr. TCM univ. Kirsten Stähler – anerkannte Beratungsstelle der Deutschen Kontinenz Gesellschaft (Urkunde). Dank dem Zugang zu diesem etablierten interdisziplinären Netzwerk von Fachexperten profitieren unsere Patientinnen und Patienten von umfassendem Fachwissen und modernsten Behandlungsmethoden.
Häufige Fragen zu Blasen- und Beckenbodenschwäche
Was ist eine Belastungsinkontinenz?
Wenn bei körperlicher Belastung wie Niesen, Lachen oder Sport ungewollt Urin abgeht, spricht man von Belastungsinkontinenz. Meistens ist eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur die Ursache. Die Harnröhre kann dem Druck im Bauchraum nicht mehr ausreichend entgegenwirken. Beschwerden können nach Schwangerschaften und Geburten auftreten, aber auch im Alter häufiger werden. Wichtig: Belastungsinkontinenz kommt sehr häufig vor und ist in vielen Fällen gut behandelbar.
Was ist eine Dranginkontinenz?
Wenn plötzlich ein starker Harndrang auftritt und die Toilette nicht rechtzeitig erreicht werden kann, sprich man von einer Dranginkontinenz. Dabei werden Signale zwischen Blase und Gehirn falsch oder zu früh übermittelt. Die Blase zieht sich zusammen, obwohl sie noch nicht vollständig gefüllt ist. Dadurch entsteht ein plötzlicher Harndrang.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Blasenschwäche?
Die Behandlung einer Blasenschwäche richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden. Meist beginnt sie mit konservativen Massnahmen wie Beckenbodentraining, Blasentraining und Anpassungen im Alltag. Je nach Form der Inkontinenz können zusätzlich Medikamente eingesetzt werden.
Wenn diese Massnahmen nicht ausreichen, stehen minimal-invasive Verfahren sowie operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ziel ist immer eine individuell abgestimmte Therapie, die die Lebensqualität nachhaltig verbessert.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Senkungszuständen?
In vielen Fällen stehen zuerst konservative Massnahmen im Vordergrund. Dazu gehören Beckenbodentraining, eine lokale Hormonbehandlung sowie spezielle Hilfsmittel (Pessare oder Scheidentampons) zur Verhinderung von ungewollten Urinverlust.
Wenn die Beschwerden ausgeprägter sind oder konservative Therapien nicht ausreichen, können operative Verfahren helfen. Dabei werden die abgesunkenen Organe wieder an ihre Position gebracht.