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Finanzbericht 2024

Mit insgesamt 7624 stationären Fällen, 28 826 Notfällen und 127 680 ambulanten Konsultationen und Therapien war das Spital Muri auch im Jahr 2024 stark ausgelastet. Trotz anhaltender Herausforderungen durch Fachkräftemangel, einer hohen Regulierungsdichte und zu niedrigen Tarifen erzielte das Spital ein leicht positives Jahresergebnis von 1,7 Millionen Franken. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 7,3 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent). Dieses Ergebnis darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass für eine langfristige finanzielle Stabilität weiterhin grosse Anstrengungen und nachhaltige Ergebnisverbesserungen notwendig sind.

Vorwort Jasmin Wirth, Chief Financial Officer

2024 war – wie die Jahre davor – geprägt von einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld. Konflikte und Handelskriege führten zu Unterbrechungen in der Warenversorgung und erhöhten die Einkaufspreise. Zusätzlich wirkten sich diese geopolitischen Unruhen und Krisen auf die Energiepreise aus. Einen ähnlichen Effekt auf die Lieferketten und Preise hatte bereits die COVID-19-Pandemie. Im Jahr 2024 kehrte die Inflationsrate mit einem Wert von 1,1 Prozent in den durch die Schweizerische Nationalbank definierten und anvisierten Korridor der Preisstabilität von 0,0 bis 2,0 Prozent zurück. Einzelne Inputfaktoren wie die Energiekosten unterlagen im Jahr 2024 nochmals einer markanten Preissteigerung. Auch der Fachkräftemangel lässt im Wettbewerb um gut qualifizierte Mitarbeitende die Personalkosten weiterhin stark anwachsen. Für die Leistungserbringung musste erneut auf teure temporäre Mitarbeitende zurückgegriffen werden. Weder die höhere Inflation der letzten Jahre noch das Personalkostenwachstum konnten im stark regulierten Spitalumfeld vollumfänglich auf die Tarife überwälzt werden. Dies setzt die Margen nachhaltig unter Druck und zwingt die Leistungserbringer zu rentabilitätssteigernden Massnahmen, um auch in Zukunft finanziell solide aufgestellt zu sein.

Kennzahlen

Erfolgsrechnung

Das Spital Muri erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Gewinn von CHF 1.7 Mio. und eine EBITDA-Marge von 7,3 %. Gegenüber den Vorjahreswerten ist eine Steigerung von CHF 3.3 Mio. beim Ergebnis und von 2,3 % bei der EBITDA-Marge zu verzeichnen. Die Werte liegen damit über der Budgeterwartung. Der Betriebsertrag konnte gegenüber dem Vorjahr um CHF 7.3 Mio. (6,3 %) erneut gesteigert werden.

Erfolgsrechnung nach Swiss GAAP FER
  2024
CHF
2023
CHF
Stationärer Patientenertrag 76 931 445 73 012 741
Ambulanter Patientenertrag 37 519 939 34 654 458
Anderer betrieblicher Ertrag 8 480 369 8 003 470
Betriebsertrag 122 931 753 115 670 669
Materialaufwand / Medizinischer Bedarf -19 616 259 -18 441 459
Personalaufwand -81 038 085 -78 143 475
Anderer betrieblicher Aufwand -13 266 478 -13 270 956
Betriebsergebnis vor Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) 9 010 931 5 814 778
Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 -34 000
Abschreibungen auf Sachanlagen -6 911 801 -6 979 335
Abschreibungen immaterieller Anlagen -215 244 -244 085
Betriebsergebnis vor Zinsen (EBIT) 1 883 885 -1 442 641
Finanzertrag 14 886 11 184
Finanzaufwand -219 567 -216 741
Finanzergebnis -204 680 -205 557
Ordentliches Ergebnis 1 679 205 -1 648 199
Betriebsfremde Liegenschaften: Ertrag 51 264 49 200
Betriebsfremde Liegenschaften: Aufwand -4 728 -645
Betriebsfremde Liegenschaften: Abschreibungen -20 322 -20 320
Betriebsfremdes Ergebnis 26 214 28 235
Periodenerfolg 1 705 419 -1 619 964
Rechnungsergebnis
  2024
CHF
2023
CHF
Ertrag 122 997 903 115 731 053
Aufwand -121 292 484 -117 351 016
Ergebnis 1 705 419 -1 619 964

Bilanz

Das Umlaufvermögen nahm im Jahr 2024 um CHF 4.2 Mio. zu, das Anlagevermögen reduzierte sich um CHF 5.5 Mio. Im gleichen Zeitraum sank das Fremdkapital um CHF 3.1 Mio.

  31.12.2024
CHF
31.12.2023
CHF
Aktiven    
Umlaufvermögen 28 501 732 24 335 945
Anlagevermögen 66 006 163 71 553 586
Total Aktiven 94 507 895 95 889 531
Passiven    
Kurzfristiges Fremdkapital 9 503 250 7 968 338
Langfristiges Fremdkapital 14 636 234 19 258 200
Eigenkapital 70 368 411 68 662 992
Total Passiven 94 507 895 95 889 531

Ausblick

Die geopolitischen Unruhen wie auch die beschlossenen Zollerhöhungen durch die USA – mit entsprechenden möglichen Gegenmassnahmen betroffener Handelspartner – beinhalten das Potenzial für erhebliche makroökonomische Auswirkungen. Das SECO prognostiziert für das Jahr 2025 in allen drei Szenarien (Prognose/Basisszenario, Negativ- und Positivszenario) eine Inflationsrate von lediglich 0,3 Prozent und von 0,5 bis 0,6 Prozent für 2026 (Konjunkturtendenzen SECO, Frühjahr 2025). Damit sollte sich die Schere zwischen Kosten und Erträgen teuerungsbedingt nicht mehr signifikant weiter öffnen. Vorbehalten bleiben die Auswirkungen auf die Preise durch Zollerhöhungen der USA.

Für die Jahre 2025 und 2026 rechnen die Experten des SECO mit einer leicht höheren Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent.  Die leichte Steigerung der Arbeitslosenquote vermag den Fachkräftemangel bestenfalls kurzfristig marginal zu lindern. Die Problematik dürfte sich aufgrund der demografischen Entwicklung in der Zukunft verschärfen. Für Lohnerhöhungen und weitere Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung hob das Spital Muri für das Jahr 2025 die Lohnsumme insgesamt um 1,8 Prozent an. Auch zukünftig legt das Spital Muri grossen Wert auf die Arbeitgeberattraktivität, um die notwendigen Stellen besetzen zu können. 

Administrative Tätigkeiten nehmen aufgrund von Vorschriften und Regulierungen immer mehr Zeit in Anspruch. Prozessverbesserungen, Digitalisierung und Automatisierung können dabei unterstützen, die knappe Zeit und das wertvolle Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort einzusetzen, wo der Nutzen für die Patientinnen und Patienten und die Mitarbeitenden am höchsten ist. Wichtige Projekte wie zum Beispiel das Integrale Kapazitätenmanagement helfen, Ressourcen und Kapazitäten möglichst optimal aufeinander abzustimmen. Dies trägt einerseits zur Entlastung der Mitarbeitenden bei, indem Belastungsspitzen abgefedert werden. Anderseits bietet es einen erheblichen Mehrwert für Patientinnen und Patienten: Durch eine verlässliche Planung der Operationstermine und Erhöhung der Sprechstundenkapazitäten wird die Patientenversorgung weiter optimiert.

Im Rahmen des regulären Strategieprozesses beschloss der Stiftungsrat Anpassungen im medizinischen Angebot. Denn es zeichnete sich ab, dass die erforderliche EBITDA-Marge von 10 Prozent für die anstehenden Investitionen mit dem beschriebenen Kostenwachstum und den realisierbaren Tarifen ohne Anpassung des medizinischen Angebots nicht erreichbar sind. Folglich werden Bereiche mit wachsender Nachfrage wie die Orthopädie und die Akutgeriatrie gestärkt. Die defizitäre Geburtshilfe hingegen wird aus wirtschaftlichen Gründen per Ende 2025 geschlossen. Nebst operativen Optimierungen soll dieser Entscheid die Weichen stellen, damit das Spital Muri auch langfristig ein zuverlässiger Gesundheitsversorger mit breitem medizinischem Angebot für die Patientinnen, Patienten und Bevölkerung sowie ein attraktiver und verlässlicher Arbeitgeber in der Region bleibt. Für eine langfristige finanzielle Stabilität sind deshalb nach wie vor grosse Anstrengungen und nachhaltige Ergebnisverbesserungen notwendig.