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Finanzbericht 2023

Das Geschäftsjahr 2023 war ein finanziell anspruchsvolles Jahr für das Spital Muri. Wie andere Schweizer Spitäler auch, sieht sich das Spital Muri mit vielschichtigen Herausforderungen konfrontiert, die sich auf das Finanzergebnis auswirken.

Vorwort Jasmin Wirth, Chief Financial Officer

Der anhaltende Fachkräftemangel führt zu einer Überhitzung auf dem Arbeitsmarkt, welche Lohnforderungen überdurchschnittlich in die Höhe treibt und das für Arbeitgeber teure Temporärgeschäft fördert. Nicht intakte Lieferketten sowie Produktionsstopps während der Pandemie verknappten und verteuerten wichtige Güter und führten in den letzten Jahren zu einer Erhöhung der Inflationsrate. Der Ukraine-Krieg befeuerte die Inflationsrate und im Speziellen auch die Energiepreise zusätzlich. Das relativ starre Finanzierungskonstrukt lässt bei starker Lohndynamik und höheren Inflationsraten keine ausreichende Überwälzung dieser zusätzlichen Kosten auf die Tarife zu.

Die Gesundheitskosten werden sowohl für die gesamte Wirtschaft als auch das Individuum immer weniger tragbar und der politische Druck auf die Leistungserbringer mittels Tarifen und Regulierungen damit immer stärker. Die Schere zwischen Erträgen und Aufwänden klafft zunehmend auseinander; die Aufwandseite nimmt Überhand. Dieser Sachverhalt ist dem Jahresergebnis des Spitals Muri klar abzulesen. Trotz hoher stationärer Auslastung resultierte – wie bei vielen anderen Spitälern der Schweiz auch – ein Verlust.

Kennzahlen

Erfolgsrechnung

Das Spital Muri erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Verlust von CHF 1’619’964 und eine EBITDA-Marge von 5.0%. Gegenüber den Vorjahreswerten ist ein Rückgang von CHF 3’939’270 beim Ergebnis und von 3.7 Prozentpunkten bei der EBITDA-Marge zu verzeichnen. Die Werte liegen damit unter der Budgeterwartung. Der Betriebsertrag konnte gegenüber dem Vorjahr erneut um CHF 2’328’584 (2.1%) gesteigert werden.

Erfolgsrechnung nach Swiss GAAP FER
  2023
CHF
2022
CHF
Stationärer Patientenertrag 73 012 741 73 008 667
Ambulanter Patientenertrag 34 654 458 31 849 651
Anderer betrieblicher Ertrag 8 003 470 8 483 767
Betriebsertrag 115 670 669 113 342 085
Materialaufwand / Medizinischer Bedarf -18 441 459 -17 946 179
Personalaufwand -78 143 475 -74 025 373
Anderer betrieblicher Aufwand -13 270 956 -11 562 666
Betriebsergebnis vor Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) 5 814 778 9 807 867
Abschreibungen auf Finanzanlagen -34 000 0
Abschreibungen auf Sachanlagen -6 979 335 -7 033 427
Abschreibungen immaterieller Anlagen -244 085 -289 280
Betriebsergebnis vor Zinsen (EBIT) -1 442'641 2 485 160
Finanzertrag 11 184 38 782
Finanzaufwand -216 741 -219 596
Finanzergebnis -205 557 -180 814
Ordentliches Ergebnis -1 648 199 2 304 347
Betriebsfremde Liegenschaften: Ertrag 49 200 49 200
Betriebsfremde Liegenschaften: Aufwand -645 -3 576
Betriebsfremde Liegenschaften: Abschreibungen -20 320 -30 665
Betriebsfremdes Ergebnis 28 235 14 959
Periodenerfolg -1 619 964 2 319 306
Rechnungsergebnis
  2023
CHF
2022
CHF
Ertrag 115 731 053 113 430 068
Aufwand -117 351 016 -111 110 762
Ergebnis -1 619 964 2 319 306

Bilanz

Das Umlaufvermögen nahm im Jahr 2023 um CHF 0.1 Mio. zu, das Anlagevermögen reduzierte sich um CHF 5.5 Mio. Im gleichen Zeitraum sank das Fremdkapital um CHF 3.8 Mio. Das verzinsliche Fremdkapital verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 2.0 Mio. auf neu CHF 18.0 Mio. Die Eigenkapitalquote betrug per 31. Dezember 2023 71.6% (Vorjahr 69.4%).

  31.12.2023
CHF
31.12.2022
CHF
Aktiven    
Umlaufvermögen 24 335 945 24 222 620
Anlagevermögen 71 553 586 77 054 321
Total Aktiven 95 889 531 101 276 941
Passiven    
Kurzfristiges Fremdkapital 7 968 338 11 665 884
Langfristiges Fremdkapital 19 258 200 19 328 100
Eigenkapital 68 662 992 70 282 956
Total Passiven 95 889 531 101 276 941

Ausblick

Die aktuelle Lohnteuerung und die Inflation konnten erneut nicht vollständig auf die regulierten Preise übertragen werden. Die finanzielle Herausforderung wird sich damit weiterhin verschärfen. Die mit den geltenden Tarifen ungedeckten Kosten müssen durch Effizienzgewinne und Kostensenkungen eingespart werden, um langfristig ausreichende finanzielle Ergebnisse zu erzielen.

Hohe Ausgaben in Digitalisierung, Prozessoptimierung und Infrastruktur sind erforderlich, um das Spital Muri optimal auf die Zukunft auszurichten. Diese Ausgaben sind mit den geltenden Tarifen nicht genügend abgegolten; folglich wird Eigenkapital abgebaut. Nichtsdestotrotz wird das Spital Muri diese Zusatzkosten auf sich nehmen, um weiterhin einen optimalen Behandlungsprozess für Patientinnen und Patienten zu gewährleisten und kontinuierliche Verbesserungen im Arbeitsalltag für Mitarbeitende zu fördern.