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Aufbruch braucht Herz und Weitblick

Dr. med. Daniel Strub führt das Spital Muri als CEO durch eine Zeit grosser Veränderungen. Im Gespräch erklärt er, warum Herz und Kompetenz untrennbar zusammengehören, was hinter der neuen Strategie steht – und weshalb das Freiamt auch in Zukunft auf das Spital Muri zählen kann.

Das Ziel von Dr. med. Daniel Strub: das Spital Muri zukunftsfähig machen – mit Herz, Kompetenz und Freude am Aufbruch. Foto: Sandra Ardizzone (CH Media)

Der neue Slogan des Spitals Muri heisst «Für Ihre Gesundheit – mit Herz und Kompetenz». Was braucht es in Ihrer Rolle als CEO mehr: Herz oder Fachkompetenz?
Beides ist gleichermassen wichtig. Ein Spital zu führen heisst, in vielen Rollen zu denken – rational zu entscheiden, aber menschlich zu kommunizieren. Wenn ich mit Banken oder Revisionsstellen spreche, zählt Fachkompetenz. Wenn es um unsere Mitarbeitenden geht, ist Herz gefragt.

Das vergangene Jahr war für das Spital Muri anspruchsvoll. Was hat Sie in dieser Zeit besonders bewegt?
Wir haben intensiv an unserer Strategie gearbeitet. Vieles war analytisch: Simulationen, Zahlen, Szenarien. Doch sobald Entscheide feststanden, wurde es emotional. Es ging um Menschen und um Vertrauen. Ich musste gut überlegen, wie ich verständlich und nachvollziehbar kommuniziere – gegenüber den Mitarbeitenden und der Bevölkerung. Nicht jede Reaktion war angenehm, aber sie zeigte: Das Spital liegt den Menschen am Herzen.

Warum braucht das Spital Muri überhaupt eine neue Strategie?
Weil sich unser Umfeld ständig verändert – gesundheitspolitisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Wir müssen uns anpassen, um bestehen zu können. Als Stiftung stehen wir in der Verantwortung, den Zweck und den Fortbestand des Spitals Muri zu sichern. Gleichzeitig achten wir als privat geführtes Spital darauf, dass unsere Finanzen im Gleichgewicht bleiben. Dazu fokussieren wir uns auf Leistungen, die medizinisch sinnvoll und wirtschaftlich ausreichend rentabel sind.

Viele Strategien klingen gut auf dem Papier. Wie stellen Sie sicher, dass jene des Spitals Muri nicht zum Papiertiger wird?
Von Anfang an haben wir über die Umsetzung gesprochen, nicht nur über Konzepte. Wir haben klare Schwerpunkte und realistische Meilensteine definiert. Die Strategie ist einfach formuliert und mit konkreten Projekten hinterlegt. So bleibt sie nicht Theorie, sondern wird Schritt für Schritt im Alltag spürbar.

Mit dem Ausbau der Orthopädie und der Stärkung der Akutgeriatrie – also der stationären Behandlung von akuten Erkrankungen und Verletzungen bei älteren Menschen – setzt das Spital auf wachsende Bedürfnisse aus der Bevölkerung. Was dürfen Patientinnen und Patienten erwarten?
Hauptpfeiler unseres Leistungsangebotes bleibt die breite medizinische Grundversorgung. Darüber hinaus achten wir besonders auf die Bedürfnisse älterer Menschen und solcher mit Bewegungsproblemen. Mit einer guten Gelenkprothese oder spezialisierter Akutgeriatrie möchten wir Mobilität und Selbstständigkeit erhalten – das steigert die Lebensqualität der Menschen und entlastet gleichzeitig das Gesundheitssystem.

Wie gelingt es, die Mitarbeitenden in dieser Phase mitzunehmen?
Durch stetige Kommunikation. Veränderungen lösen Emotionen aus – von Verunsicherung bis Aufbruchstimmung. Wir nehmen uns Zeit, erklären Hintergründe und hören zu. Ich spüre viel Engagement und Freude – gerade dort, wo Neues entsteht. In einem Spital zählt Teamarbeit, und diese Haltung spürt man bei uns in Muri stark.

Was steht 2026 konkret an?
Im Zentrum stehen der Ausbau der Akutgeriatrie und Orthopädie, wo in diesem Jahr der neue Chefarzt Orthopädie den neuen medizinischen Fachbereich aufbauen und seine Akzente setzen wird. Parallel investieren wir in die Infrastruktur und bringen wichtige IT-Projekte zum Abschluss. Mitte Jahr eröffnen wir unsere neue Privatstation MuriDeluxe und schliessen die Bauarbeiten ab, die für eine Umnutzung der heutigen Gebärsäle notwendig sind. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben – zum Beispiel mit unserem breiten Aus- und Weiterbildungsangebot sowie der Möglichkeit zur Teilzeitarbeit, auch in Führungspositionen. Dabei schätze ich es sehr, wie sich unsere Mitarbeitenden mit ihrer Fachkompetenz einbringen und die Weiterentwicklung des Spitals mittragen.

Wenn Sie fünf Jahre nach vorne blicken – welche Rolle soll das Spital Muri dann in der Gesundheitsversorgung des Freiamts spielen?
Ich engagiere mich dafür, dass das Spital Muri wirtschaftlich stabil, gut ausgelastet und fest in der Region verankert ist. Wir wollen zeigen, dass ein Regionalspital auch in einem herausfordernden Umfeld bestehen kann – mit Herz, Kompetenz und Verantwortung. Und dass die Menschen im Freiamt wissen: Auf ihr Spital können sie zählen.

 

Dieses Interview ist zuerst im Spital Muri-Magazin «gsund.» 01-2026 erschienen.

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