Die verschiedenen Adipositas-Operationen

Sind alle Möglichkeiten zur Gewichtsabnahme ausgeschöpft und die Versuche erfolglos verlaufen, ist für übergewichtige Menschen eine Adipositas-Operation oft die einzig bewährte Hilfe zur langfristigen Gewichtsreduktion. Wie bei allen chirurgischen Eingriffen bestehen auch bei Adipositas-Operationen gewisse Risiken. Je nach Methode handelt es sich um einen grösseren oder kleineren Eingriff in den Verdauungstrakt. Dadurch verändert sich Ihre Fähigkeit zur Aufnahme von Mikronährstoffen und Vitaminen, weshalb Sie diese Stoffe lebenslang ergänzend zu sich nehmen müssen. Um Komplikationen zu vermeiden, müssen Sie nach der Operation teilweise sehr genau darauf achten, was Sie essen.

Eine zusätzliche Unterstützung zur persönlichen Betreuung und Beratung durch unsere Fachspezialistinnen und Fachspezialisten bietet die App «Agrundo». Die App hilft Ihnen als Begleiter nach bariatrischen Eingriffen und dient als sogenannter Adipositas-Pass. Initiiert hat die App Dr. med. Markus von der Groeben, der als Leitender Arzt im Adipositas-Zentrum des Spitals Muri arbeitet. 

Bei Adipositas-Operationen kommen im Spital Muri hauptsächlich zwei Methoden in Frage. Zum einen ist das der Magenbypass und zum anderen der Schlauchmagen. Welche Methode gewählt wird, wird nach umfassenden Abklärungen und persönlichen Gesprächen gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten entschieden.

Magenbypass

Beim Magenbypass werden zwei Methoden zur Gewichtsabnahme miteinander kombiniert:

  • Verringerung der Nahrungsmenge, die Sie beim Essen aufnehmen können (Haupteffekt)
  • Verminderte Verwertung der gegessenen Nahrung (Nebeneffekt)

Bei dieser Operation wird der Magen in zwei Teile geteilt: in eine kleine Magentasche (Pouch) und einen grösseren Restmagen, welcher keine Nahrungsbestandteile mehr zu fassen bekommt. Die Magentasche kann nur wenig Nahrung aufnehmen, bis sie voll ist. So stellt sich schnell ein Gefühl von Sättigung ein, welches nun länger anhält. Als zweite Massnahme wird der Dünndarm so umgeleitet, dass die Verdauungssäfte aus Galle und Bauchspeicheldrüse erst auf Nahrung treffen, wenn diese schon einen Teil des Dünndarms passiert haben. So werden die Kalorien nicht komplett aufgenommen, sondern verlassen den Körper wieder mit dem Stuhl. Leider können dadurch auch wichtige Nährstoffen und Vitaminen nicht mehr vollständig aufgenommen werden, so dass Sie ein Leben lang Supplemente einnehmen müssen.

Eine jahrelange und regelmässige Nachsorge hilft, Mangelerscheinungen frühzeitig zu erkennen und ihnen vorzubeugen. 

 

Schlauchmagen

Beim Schlauchmagen wird nur die Methode der verringerten Nahrungsmenge angewandt. Der grösste Teil des Magens wird entfernt, so dass ein schlauchförmiger Restmagen übrig bleibt. Dieser kann nur eine geringe Menge an Nahrungsmitteln aufnehmen, sodass Sie sich schneller und länger satt fühlen. Weiter wird durch diese Operation der Teil des Magens entfernt, indem das Hormon Ghrelin gebildet wird. Dieses Hormon ist für das Hungergefühl verantwortlich, was dazu führt, dass Sie zumindest am Anfang ein geringeres Hungergefühl und weniger Heisshungerattacken verspüren.