Heuen im Spital Muri? Ja, auch das gibt es

Während der Znünipause an einem sonnigen Vormittag im Juni beobachteten Mitarbeitende des Spitals Muri, wie ein Mitarbeiter des Technischen Diensts die Wiese im Garten mähte und das geschnittene Gras zum Trocknen ausbreitete. Die Mitarbeitenden wurden neugierig und fragten sich, weshalb das Spital Muri heue und was anschliessend mit dem Heu wohl passiere. Die neugierigen Mitarbeitenden erkundigten sich bei der Kommunikationsabteilung, ob wir der Geschichte nachgehen könnten. Wir wurden ebenfalls gewundrig und haben uns gerne auf die Suche nach Antworten gemacht.

Wir schnappten uns die Kamera und statteten Albert Staubli, Fachperson Technik und Sicherheit, beim Heuen einen Besuch ab. Das Gras, das er einige Tage zuvor – als ihn die Mitarbeitenden beobachteten – geschnitten hatte, ist inzwischen trocken und zu Heu geworden. Albert Staubli ist beim Besuch gerade dabei, von Hand mit einem Rechen Heuhäufchen zu bilden.

«Angefangen hat das mit dem Heuen vor etwa 28 Jahren, als die geschützte, unterirdische Operationsstelle (GOPS) gebaut wurde», weiss Albert Staubli zu berichten. Damals hat man entschieden, den einen Teil des Gartens vor dem Spital Muri naturnaher zu gestalten und den Rasen durch eine Wiese mit Kräutern und Blumen zu ersetzen. Und seither werde die Wiese gemäht und zu Heu verarbeitet.

Früher habe Albert Staubli zu Hause noch selber Schafe gehalten und das Heu jeweils mitgenommen und verfüttert. Als er die Schafhaltung aufgab, kamen Pferde aus der Region in den Genuss des Heus. «Das Heu weist trotz der Kräuter keine erstklassige Qualität auf und ist jeweils ziemlich staubig. Da auch Tiere, insbesondere Pferde, immer anfälliger für Allergien werden und Husten entwickeln können, versiegte auch diese Abnahmequelle.

Und so kommt es, dass das Heu nun von einem Bauern aus der Region mit seinem Ladewagen abgeholt wird. Der Bauer wirft das Heu seinen Rindern in den Stall und diese pflücken sich die raren Leckerheiten heraus. Das restliche Heu dient als Einstreu, damit die Rinder weich liegen.

«Es ist sehr praktisch, dass dieser Bauer das Heu direkt bei uns abholt, denn wenn ich das Heu mit unserem kleinen Traktor abtransportieren müsste, wäre ich mindestens bis im August beschäftigt», meint Albert Staubli und schmunzelt. Rund drei bis vier Ladewagen ergibt die gesamte Heumenge, die rund um das Spitalareal anfällt. Und so ist die Wiese nun wieder gepflegt, so dass Patientinnen und Patienten, Besuchende und Mitarbeitende den Garten geniessen können.

Heuen
Albert Staubli beim Heuen Albert Staubli beim Heuen Albert Staubli beim Heuen
Der Traktor vor der gemähten Wiese Die gemähte Wiese

 



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